Was macht Rauchen eigentlich mit dem Körper? Warum fangen trotzdem so viele Menschen damit an? Und sind Vapes wirklich harmloser als Zigaretten? Mit diesen Fragen habe ich mich beschäftigt und dazu auch Menschen aus meinem Umfeld sowie eine Person aus unserer Schule befragt.
Was macht Rauchen mit dem Körper?
Durch das Rauchen nimmt man viele Stoffe auf, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben. In einer Zigarette befinden sich über 4.000 Stoffe, von denen mehr als 70 bis 90 krebserregend sind oder im Verdacht stehen, es zu sein. Dazu gehören zum Beispiel Teerstoffe, Chrom, Benzol, Arsen, Blei und das radioaktive Polonium. Hochgiftige Stoffe sind unter anderem Blausäure, Stickoxide, Dioxin und Kohlenmonoxid (CO).
Kohlenmonoxid ist ein Atemgift. Es erschwert den roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff von der Lunge in den ganzen Körper transportieren, ihre Aufgabe. Da sich die roten Blutkörperchen etwa 200-mal lieber mit Kohlenmonoxid als mit Sauerstoff verbinden, wird das Gift in alle Körperzellen transportiert. Das Einatmen von Kohlenmonoxid kann Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Pulsbeschleunigung und eine Schwächung des Sehvermögens verursachen.
Da es nicht möglich ist, alle 4.000 Stoffe einzeln zu erklären, lassen sich die wichtigsten Folgen des Rauchens zusammenfassen:
- Rauchen erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
- Raucherinnen und Raucher haben ein etwa 20-mal höheres Risiko, an Atemwegserkrankungen zu erkranken als Nichtraucher.
- Die allgemeine Gesundheit wird geschädigt: Wunden heilen langsamer, man altert schneller, die körperliche Fitness sinkt und Infektionskrankheiten treten häufiger auf.
- Rauchen erhöht das Risiko für zahlreiche Krebsarten, unter anderem Lippen-, Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Lungen-, Leber-, Nieren-, Magen-, Darm- und Blasenkrebs sowie Leukämie.
Diese Informationen stammen unter anderem von der Webseite „Rauchen und Krebs“ der Deutschen Krebshilfe, auf der sich auch Tipps zum Rauchstopp finden.
Warum fangen Menschen trotzdem an zu rauchen?
Im vorherigen Abschnitt wurden viele Gründe genannt, die klar gegen das Rauchen sprechen. Trotzdem fangen Erwachsene und Jugendliche immer noch damit an. Um die Gründe dafür herauszufinden, habe ich Menschen aus meinem Umfeld befragt.
Interview 1: Meine Tante
Wie bist du zum Rauchen gekommen und wie alt warst du damals?
Meine Tante erzählte mir, dass sie mit etwa 18 oder 20 Jahren auf Partys angefangen hat. Dort wurde geraucht, am nächsten Tag dann wieder nicht. Irgendwann hat sie immer öfter geraucht und konnte nicht mehr aufhören. Heute ist sie 45.
Warum hast du dich entschieden zu rauchen?
Sie meinte, dass es eigentlich keine bewusste Entscheidung gewesen sei. Irgendwann habe Rauchen einfach zum Leben dazugehört, und man stecke schneller im Teufelskreis, als man denkt.
Warum rauchst du normale Zigaretten und keine E-Zigaretten?
Weil sie mit normalen Zigaretten angefangen hat. Außerdem findet sie die vielen Geschmacksstoffe in E-Zigaretten unangenehm und weiß nicht genau, was man dabei einatmet.
Interview 2: Mutter von meinem besten Freund
Wie bist du zum Rauchen gekommen?
Die Mutter meines besten Freundes erzählte, dass eine Freundin von ihr geraucht hat und gesagt hat, sie solle es mal ausprobieren. Das war ihr erster Zug – und leider nicht der letzte.
Warum hast du dich entschieden zu rauchen?
Sie sagte, dass sie es damals einfach cool fand.
Warum rauchst du IQOS und keine Vapes oder normalen Zigaretten?
Sie raucht IQOS, weil sie von normalen Zigaretten wegkommen wollte. Vapes raucht sie nicht, weil sie nicht weiß, welche giftigen Stoffe darin enthalten sind.
Anonymes Interview: Schüler oder Schülerin aus unserer Schule
Eine Person aus unserer Schule erklärte sich bereit, anonym über ihre Zeit als nikotinabhängige Person zu sprechen, was ich als sehr mutig empfinde.
Die Person begann mit fast 12 Jahren zu rauchen, vor allem aus Gruppenzwang und dem Wunsch dazuzugehören. Zunächst wurden Vapes konsumiert, später auch Zigaretten. Schon bald entstand eine Abhängigkeit, die sich auch im Schulalltag bemerkbar machte. Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und das ständige Verlangen nach Nikotin gehörten dazu. Mittlerweile raucht die Person nicht mehr.
Wie bist du zum Rauchen gekommen und warum hast du angefangen? Und was hast du geraucht und warum?
„Ich hatte falsche Freunde, wollte dazugehören und fand es irgendwie cool. Ich habe vor allem Vapes geraucht und manchmal auch Zigaretten. Vapes fand ich leckerer. Warum ich dann auch Zigaretten geraucht habe, weiß ich nicht genau, einfach so.“
Wo hast du deine Zigaretten und Vapes gekauft?
„Es gab zwei oder drei Kioske, die mir das verkauft haben.“
Würdest du sagen, dass du nikotinabhängig warst? Und wie hat sich das Rauchen auf deinen Schulalltag ausgewirkt?
„Ja. Es gab Momente, in denen ich keine Vape hatte und gemerkt habe, dass ich eigentlich dringend eine bräuchte. Ich habe auch in der Schule geraucht. Es war sehr schwer, nicht jede Stunde auf die Toilette zu gehen, um zu rauchen.“
Was war im Unterricht anders und welche Entzugserscheinungen hattest du? Und wie oft hast du in Hochphasen pro Schultag geraucht?
„Ich konnte mich nicht gut konzentrieren, hatte Kopfschmerzen und war oft hibbelig. Geraucht habe ich in den 5-Minuten-Pausen, in den großen Pausen und bei Lehrern, bei denen ich wusste, dass ich auf die Toilette durfte.“
Wurdest du dabei auch mal erwischt und gab es Strafen? Und findest du, dass Strafen der Schule beim Aufhören helfen?
„Ja, ich wurde mehrmals erwischt und habe Strafen bekommen. Und schon. Die Strafen werden immer schlimmer, und das hat mir geholfen aufzuhören.“
Wie haben deine Eltern reagiert, als sie davon erfahren haben?
„Mein Vater hat mir mein Handy weggenommen, und ich durfte nicht mehr rausgehen.“
Wie hast du dich beim Rauchen gefühlt? Dachtetest du, du gehörst zu den Coolen? Oder gab es auch Momente, in denen du Jugendliche beneidet hast, die nicht rauchen?
„Früher dachte ich, das sei cool. Heute finde ich, das war gar nicht cool von mir. Also ja, ich habe andere ziemlich oft beneidet, dass sie nicht rauchen. In diesen Momenten wollte ich dann auch aufhören.“
Findest du, dass Nikotin eine Einstiegsdroge ist? Und was denkst du heute, wenn du andere Jugendliche rauchen siehst?
„Ja. Nachdem ich geraucht habe, habe ich auch Alkohol getrunken und einen Joint geraucht. Ich denke, ohne das Rauchen wäre ich damit nicht in Kontakt gekommen. Und man weiß nie, was bei den Jugendlichen, die rauchen, passiert ist. Trotzdem finde ich es nicht gut. Ich fände es besser, wenn sie ihre Probleme jemandem erzählen, dem sie vertrauen. Mir hat das sehr geholfen, da ist eine große Last von mir abgefallen. Auch in der Schule gibt es genügend Anlaufstellen, finde ich.“
Und zum Schluss: Hast du eine Botschaft an andere Jugendliche?
„Meine klare Botschaft lautet:
„Fangt gar nicht erst mit dem Rauchen an: es schadet dem Körper und es ist sehr schwer, wieder aufzuhören.“
Vapes: Wirklich harmloser als Zigaretten?
Vapes bestehen, wie andere E-Zigaretten, aus vier Bestandteilen: Mundstück, Tank, Akku und Heizelement. Es gibt zwei Arten von Pod-Systemen: geschlossene Pods, die bereits mit Liquid gefüllt sind, und offene Pods, die selbst befüllt werden können.
Einweg-Vapes können nur einmal benutzt werden. Nach dem Verbrauch gelten sie als Elektroschrott und müssen fachgerecht entsorgt werden, zum Beispiel bei Sammelstellen oder im Fachhandel.
Vapes sind besonders bei Jugendlichen beliebt, da sie bunt gestaltet sind und süß schmecken. Obwohl sie in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt sind, kommen viele Minderjährige trotzdem an sie heran. Einweg-Vapes sollen ab 2027 verboten werden.
Der Nikotingehalt in Vapes ist gesetzlich geregelt. Er darf maximal 20 mg Nikotin pro Milliliter Liquid enthalten. Trotzdem machen auch Vapes abhängig und führen oft nicht dazu, dass Menschen mit dem Rauchen aufhören, sondern lediglich das Produkt wechseln.
Fazit
Rauchen, egal ob Zigaretten oder Vapes, ist gefährlich. Viele fangen aus Neugier, Gruppendruck oder wegen Problemen an, merken aber erst später, wie schwer es ist, wieder aufzuhören. Deshalb ist die beste Entscheidung, gar nicht erst anzufangen. Wer Stress oder Sorgen hat, sollte darüber sprechen und sich Hilfe holen: Rauchen macht nichts besser.
Fun Fact: Wusstest du, dass in China viel mehr Menschen rauchen als in Deutschland? In China rauchen fast die Hälfte aller Männer, während es bei Frauen nur sehr wenige sind. In Deutschland rauchen insgesamt deutlich weniger Menschen als dort. Ein weiterer Unterschied: In China gehören fast alle Zigarettenfirmen dem Staat. Das heißt, der Staat verdient selbst Geld mit Zigaretten.


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