Der Arbeitsmarkt unterliegt einem ständigen Wandel, das wissen wir alle. Doch vor allem die Generation Z-“Gen Z”- gilt bei dem Gespräch über die Arbeitsmärkte als eines der Themen, das am meisten heraussticht. Die Jugendlichen dieser Altesgruppe werden immer mehr als faul bezeichnet und mit den vorherigen Generationen verglichen. Das erfordert nicht nur die Stimme der Eltern. Selbst politische Stimmen greifen diese Kritik auf. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte beim CDU-Wirtschaftstag: „Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“.
Nach dieser Meinung müsste sich beweisen, dass die Arbeitslosenquote von Jugendlichen jedes Jahr weiter steigt. Doch tut sie genau das Gegenteil. 2009 lag die Arbeitslosenquote der Jugendlichen (Altersklasse 15-24) in Europa durchschnittlich bei 21,2 Prozent, in Deutschland bei knapp 12 Prozent. 2017 sinkt diese Zahl in Deutschland auf 7,2 Prozent, während sie sich 2024 nur noch mit 6,5 Prozent beweist. Jugendliche heutzutage wissen, was die Inflation aus der Welt gemacht hat. Sie wollen immer mehr Freizeit genießen, das könnte vielleicht sein. Sie brauchen jedoch Geld für diese Freizeit, welches ihnen durch Arbeit ermöglicht wird. Also vielleicht eine doch nicht so faule Generation?
Vielen Menschen der Generation Boomer (Geburtsjahre 1946–1964) geht es immer weiter darum, die negativen Seiten der Gen Z besonders hervorzuheben. Dabei geht es den Jugendlichen heutzutage doch vor allem um Freiheit und faire Arbeitsbedingungen. Für 81% der Gen Z sind gute Verdienstmöglichkeiten der wichtigste Faktor bei der Berufswahl. Viele stellen materiellen Wohlstand an erster Stelle. Die steigenden Lebenshaltungskosten sind zum vierten Mal in Folge die größte Sorge, wobei fast die Hälfte (48%) sich finanziell unsicher fühlt. Dazu kommen Dinge, wie eine ausgewogene Work-Life-Balance, abwechslungsreiche Tätigkeiten und die Sinnhaftigkeit ihres Berufs.
Zudem fehlt immer noch die Gleichberechtigung. Die Generation ist keine faule Generation, sondern eine Generation, die nicht nur für sich, sondern auch die Zukunft kämpft. Trotz zahlreicher Bemühungen und Erfolge in der Gleichstellungspolitik seit Ende der 1990er Jahre bestehen in der Praxis nach wie vor erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Frauen haben geringere Erfolgsaussichten, ihre Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten sind schlechter.
Der Arbeitsmarktwandel geschieht durch langfristige Entwicklungen (demografische Veränderungen/ Globalisierung) und durch digitale Transformation, die Auswirkungen des Klimawandels und unerwarteten Krisen (z.B. Ukrainekrieg). Eines der größten Themen für die Jugendlichen? Aufgrund von KI könnten 800.000 Arbeitsplätze wegfallen. Es können aber auch neue Arbeitsplätze entstehen. Auch an dieser Schule wird bei Berufswünschen oft darüber nachgedacht, ob nicht lieber doch ein handwerklicher Weg eine größere Zukunftsfähigkeit beweist.
Nach dem IAB sollte die Forschung für den Wandel des Arbeitsmarktes detaillierter behandelt werden. IAB beobachtet bei der Analyse, in welcher Form und in welchem Umfang der Wandel des Arbeitsmarktes beeinflusst wird. Die Vielzahl von Prozessen und Effekten wird betrachtet. Das umfasst zum Beispiel Entwicklung der Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sowie der Arbeitskräfte- und Fachkräftebedarfe und die Effekte aus Entlohnung, Weiterbildung, Arbeitsbedingungen oder Arbeitsangebot. Nach ihnen muss nichts an der Generation geändert werden, sondern muss regional erforscht werden, wie sich die Regionen individuell an den Strukturwandel anpassen können.
Der Vorwurf an die junge Generation lautet: Fordernd, wählerisch und verwöhnt. Führungskräfte behaupten in verschiedenen Studien, dass es Mitarbeitern der Gen Z an Professionalität fehle. Sie kämen oft zu spät, leisteten schlechte Arbeit oder würden Fristen nicht einhalten. Während „Work-Life-Balance“ die Arbeitsmoral für die ganze Generation Y und Z verkörpert, war es für die Boomer lange ein Fremdwort. Böse Zungen behaupten gerne, mit zu viel Betonung auf Life und zu wenig auf Work. Niemand will Mitarbeiter einstellen, die um 17 Uhr Feierabend machen, um zum Töpferkurs zu gehen oder sich beim Weintasting vor der Wochenendschicht drücken. Baby-Boomer legen großen Wert auf harte Arbeit, Treue und Hingabe an ihren Arbeitgeber, während die Gen Z schneller den Job wechselt.
Mit der Arbeitseinstellung der Generation Z hat etwa ein Drittel der Baby Boomer, der Generation X und der Millennials echte Schwierigkeiten. 37 Prozent der Gen Z haben selbst dieses Problem mit ihren Altersgenossen, nicht die gleiche Leidenschaft für ihre Arbeit zu empfinden. Boomer-Vertreter Daniel Goffart sagt: „Mich nervt die Vorwurfshaltung gegenüber den Eltern. Unsere Generation hat die Grünen gegründet und die Umweltschutzbewegung geformt. Alice Schwarzer und ihre Mitstreiterinnen sind Vertreterinnen unserer Generation, die Frauenrechte erkämpft haben“.
Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass sich durch den demographischen Wandel die Situation ins Gegenteil verkehrt hat. Wenige Bewerber haben die Wahl zwischen einem Überangebot an Arbeitsplätzen für Fachpersonal. „Aus dieser komfortablen Situation entwickeln sich natürlich auch Ansprüche“. Die Gen Z verteidigt sich: „Wir sind aber nicht alle faul, wollen nicht arbeiten und hängen nur den ganzen Tag am Handy rum. Im Gegenteil: Die Arbeitswelt verdichtet sich, es gibt immer weniger Leute und darum arbeiten wir eher mehr als früher“.
Es stellt sich somit am Ende die Frage, ob unsere Generation, die sogenannte “Gen Z”, wirklich faul geworden ist oder wir uns für eine neue Reform einsetzen, die das Leben nicht nur mit Arbeit gleichsetzt, sondern es klar voneinander trennt und einen Fokus auf persönliche Weiterentwicklung legt.


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