Hast du dich schon mal gefragt, was wirklich an unserer Schule passiert, wenn der Unterricht vorbei ist? Viele denken, nach dem Unterricht ist einfach Schluss. Man geht nach Hause und alles ist normal. Aber das stimmt nicht immer. Es gibt auch Dinge, über die kaum jemand spricht. Vor kurzem gab es einen Vorfall nach der Schule. Es fing mit Beleidigungen an. Dann kam Hass dazu. Die Stimmung wurde immer schlimmer. Am Ende wollten sich Schüler sogar schlagen. Alles ist eskaliert, nur weil keiner rechtzeitig gestoppt oder Hilfe geholt hat.
So etwas passiert schneller, als man denkt. Vielleicht warst du selbst schon mal in so einer Situation. Vielleicht standest du alleine da und hattest das Gefühl, alle sind gegen dich. Genau so fühlen sich viele. Ich kenne dieses Gefühl auch. Man ist wütend, traurig und irgendwann einfach nur noch am Ende. Man denkt nicht mehr klar und bekommt vielleicht dumme Gedanken, wie Stress zu suchen oder vor jemandes Haustür aufzutauchen. Aber genau da ist es wichtig, nicht alleine zu bleiben. An unserer Schule gibt es Menschen, die helfen wollen. Zum Beispiel die Schulsozialarbeiterin Frau Hary. Mit ihr kann man reden. Egal, ob man Probleme hat, gemobbt wird oder einfach nicht mehr weiterweiß. Sie hört zu und versucht zu helfen. Und das ist wichtig: Reden ist besser als eskalieren. Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird, sprich mit jemandem, dem du vertraust. Geh zu einem Lehrer oder zur Schulsozialarbeit. Hol dir Hilfe, bevor du etwas tust, was du später bereust. Niemand ist alleine, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Viele Jugendliche haben Probleme, über die sie nicht sprechen. Stress, Streit und Druck gehören leider für viele zum Alltag. Aber man muss da nicht alleine durch.
Aber es geht nicht nur darum, Hilfe zu holen. Es geht auch darum, wie wir miteinander umgehen. Jeder kann etwas verändern. Man muss nicht der Stärkste oder der Lauteste sein. Manchmal reicht es schon, wenn man nicht mitmacht. Wenn jemand gemobbt wird, kann man auch einfach daneben stehen bleiben und sagen: „Ey, lass das.“ Oder man holt Hilfe. Auch kleine Sachen können viel bewirken. Denn oft denken Leute, es sei „nur Spaß“. Aber für die Person, die betroffen ist, ist es kein Spaß. Es kann richtig wehtun. Worte können genauso verletzen wie Schläge. Deshalb sollte jeder einmal kurz nachdenken, bevor er etwas sagt oder macht: Wie würde ich mich fühlen, wenn mir das passiert? Und wenn du selbst betroffen bist: Du musst das nicht aushalten. Du darfst dir Hilfe holen. Du darfst sagen, dass es dir schlecht geht. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Vielleicht liest das hier gerade jemand, der kurz davor ist auszurasten, weil alles zu viel wird. Wenn ja, dann denk kurz nach: Es gibt immer einen anderen Weg. Geh nicht den Weg von Hass und Gewalt. Geh den Weg, auf dem du dir Hilfe holst.
Ich kann auch von mir selbst sprechen. Ich bin eine Person, die sich leider viel gefallen lässt. Ich sammle alles in mir. Ihr könnt euch das wie eine große Kugel vorstellen, die mit Emotionen gefüllt ist – mit Gefühlen, Stress und auch mit Hass. Hass hat für mich die Farbe Schwarz. Man saugt alles auf, immer mehr und mehr. Irgendwann ist diese Kugel voller schwarzem Rauch. Und dann kommt der Punkt, an dem sie kurz davor ist zu platzen. Genau in diesem Moment macht man oft Dinge, ohne richtig nachzudenken. Dinge, die man später bereut. Ich spreche aus Erfahrung: Es ist besser, die Kugel nicht voll werden zu lassen. Lasst sie offen. Lasst die Gefühle raus, bevor sie euch von innen kaputt machen. Sprecht mit Menschen, denen ihr vertraut. Das kann ein Freund sein, ein Familienmitglied oder jemand aus der Schule.
Ich habe auch mit unserer Schulsozialarbeiterin Frau Hary darüber gesprochen und ihr einen Beispielvorfall geschildert. Ich habe sie gefragt, was man tun kann, wenn man nicht mehr weiterweiß:
„Ich habe jeden Tag mit Schülern zu tun, die sich nicht trauen, über ihre Probleme zu sprechen. Viele denken, sie sind alleine oder niemand versteht sie. Aber das stimmt nicht. Es gibt immer jemanden, der zuhört.“, sagt sie. Außerdem betont sie:
„Mir ist es wichtig, dass Schüler wissen: Sie können jederzeit zu mir kommen. Egal, ob es um Mobbing, Streit oder persönliche Probleme geht. Ich nehme mir Zeit und höre zu. Niemand wird hier weggeschickt. Wenn jemand merkt, dass alles zu viel wird, sollte er nicht warten, bis es eskaliert. Reden hilft. Gemeinsam kann man Lösungen finden, damit Situationen nicht schlimmer werden. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt Mut. Jeder Mensch braucht manchmal Unterstützung, und dafür sind wir da.“
„Wenn jemand merkt, dass alles zu viel wird, sollte er nicht warten, bis es eskaliert. […] Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt Mut.“
Das zeigt: Man ist nie wirklich alleine, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Es gibt immer Wege, Hilfe zu bekommen. Man muss nur den ersten Schritt machen. Deshalb: Wartet nicht, bis eure „Kugel“ kurz vorm Platzen ist. Redet vorher. Holt euch Hilfe. Denn am Ende ist es immer besser, zu sprechen, als alles in sich hineinzufressen. Am Ende entscheiden wir alle selbst, wie unsere Schule ist: ein Ort voller Stress und Probleme oder ein Ort, an dem man sich gegenseitig respektiert und hilft. Die Entscheidung liegt bei uns.
Also denkt daran: Egal, wie schlimm es gerade ist – du kannst immer mit jemandem reden. Du bist nicht alleine.


Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.