Eine Schule ohne Rassismus & mit Courage werden – was bedeutet das eigentlich? (Zeliha Celik & Amanah Es Souaf, 6e)

Anfang des Jahres haben wir Schüler*innen an einer Wahl teilgenommen, ob wir möchten, dass unsere Schule eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ werden soll. Aber was bedeutet das eigentlich genau im Schulalltag? Und wo bleibt das Schild, das eine Schule bekommt, wenn sie Teil des Netzwerkes wird?

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR-SmC) ist kein Preis, den man für braves Benehmen gewinnt. Es ist ein Versprechen, das eine Schulgemeinschaft sich selbst gibt. Es geht darum, Verantwortung für das Klima (wie gehen wir alle miteinander um?) an der eigenen Schule zu übernehmen. Und daran soll das Schild, das man als Teil des Netzwerkes bekommt, einen täglich dran erinnern.

Das Netzwerk

In Deutschland gibt es fast 5000 Schulen, die dem Netzwerk SoR-SmC beigetreten sind. Das bedeutet, dass sich insgesamt weit über 2,5 Millionen Schüler*innen an ihren Schulen dafür einsetzen, dass Menschen an ihren Schulen nicht mehr wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder aufgrund ihrer Religion beschimpft, gemobbt oder gar körperlich bedroht werden. Aber wie genau funktioniert das?

Der Kern: aktiv werden statt Wegschauen 

Der Grundgedanke des Projekts ist simpel:  

Eine Schule ist ein Ort, an dem viele verschiedene Menschen aufeinandertreffen. Damit das funktioniert, müssen wir uns aktiv gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen. Das betrifft nicht nur Rassismus, sondern auch Mobbing aufgrund von Religion, Herkunft, Aussehen oder Sexualität. Wer sich „Schule mit Courage“ nennt, verpflichtet sich zu drei Dingen:

  1. Sich einsetzen: Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Schule regelmäßig nachhaltige Projekte, Aktionen und Veranstaltungen durchführt, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, entgegenzuwirken.
  2. Eintreten gegen Diskriminierung: Wenn Gewalt oder Ausgrenzung geschieht, schauen wir nicht weg. Wir setzen uns aktiv damit auseinander und suchen Lösungen. 
  3. Aktiv werden: Wir helfen selbst aktiv dabei mit, dass unsere Schule jedes Jahr Projekte gegen Rassismus durchführt.

Fazit und Ausblick

Letztendlich ist „Schule ohne Rassismus“ eine Haltung. Es ist die Entscheidung, dass an der Gesamtschule Barmen niemand Angst haben muss, ausgegrenzt zu werden. Es geht um den Mut, für sich selbst und andere einzustehen und immer wieder Aktionen zu unterstützen (Projekttage, Workshops, Ausstellungen), die allen deutlich machen, wie wichtig Respekt ist: denn „Courage“ ist ein anderes Wort für Mut.

Eine „Schule ohne Courage“ sein bedeutet nicht, dass an einer Schule niemals gestritten wird oder dass es dort keine Vorurteile gibt. Das wäre unrealistisch. Courage bedeutet, den Mund aufzumachen, wenn jemand im Klassenchat beleidigt wird oder wenn auf dem Schulhof „Witze“ gemacht werden, die verletzend sind. 

Die Abstimmung Anfang des Jahres war der ein Schritt eines größeren Bewerbungsprozesses, um eine Schule mit Courage zu werden. Im Juni haben auch die Lehrkräfte der Schule ihre Stimmen abgegeben. Wenn insgesamt mehr als 70% der Schulgemeinschaft zugestimmt haben, dass auch unsere Schule Teil des Netzwerkes werden soll, gibt es irgendwann eine Feier, wo dann auch das offizielle Schild überreicht wird. Wann genau, steht allerdings noch nicht fest.

Quelle (Inhalte und Bild): https://www.schule-ohne-rassismus.org/