Mathematik wird von drei Stunden die Woche auf zwei gekürzt. Schulklassen werden nur betreut statt vertreten. Unterricht entfällt und Schülerinnen und Schüler fühlen sich nicht gut auf Abschlussprüfungen vorbereitet – die Folgen des Lehrermangels sind an der Gesamtschule Barmen jeden Tag zu spüren. Und ausgerechnet jetzt haben über 15 Lehrkräfte die Schule verlassen, weil sie in den Ruhestand gegangen sind oder eine Versetzung beantragt haben. Wie groß ist das Problem des Lehrermangels? Und wann ist Besserung in Sicht?
Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler ist es vielleicht gar nicht so schlimm, wenn mal Unterricht ausfällt. Oft sind sie eher glücklich darüber, einmal keinen Chemieunterricht zu haben. Aber inwiefern ist das hilfreich? Am Ende geraten dadurch Noten und sogar Abschlüsse in Gefahr.
An unserer Schule fehlten bereits im letzten Jahr acht Lehrerstellen – die Schule ist im Stellenunterhang, wie es im Beamtendeutsch heißt. Mit Ende des Schuljahres 2023/2024 gingen weitere Lehrkräfte, wodurch die Zahl der Beschäftigten auf 96 stürzte. Dazu muss man wissen: Etwa 120 Lehrerinnen und Lehrer werden an der Gesamtschule Barmen gebraucht. Der größte Mangel herrscht in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie und Mathe.
Das Deutsche Schulportal der Robert Bosch Stiftung rechnete aus, dass bis zum Jahr 2035 68.000 Lehrkräfte fehlen werden. Zum Vergleich: Das ist so, als würden 566 Gesamtschulen Barmen leer stehen. Noch schlimmer wird es dadurch, dass keine neuen Lehrer dazu kommen. Die Attraktivität des Lehrerberufs sinkt aus einigen Gründen, welche vor allem die Arbeitsbedingungen betreffen. Das bedeutet, dass diese weniger Anerkennung erhalten, oder dass Quereinsteiger und Lehrer Fächer übernehmen, für die sie nicht geeignet sind bzw. nicht ausgebildet wurden.
“Für den Lehrkraftmangel gibt es keine schnelle und vor allem keine einfache Lösung”, resümiert Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung. Wir müssen nun damit leben, dass wir für eine längere Zeit nicht in allen Fächern immer gefördert werden können.
Nachtrag aus der Redaktion: Mittlerweile (Schuljahr 2025/26) hat die Gesamtschule Barmen wieder viele Stellen besetzen können. Trotzdem macht sich der beschriebene Mangel in unserer Stadt stark bemerkbar und wird in den nächsten Schuljahren lokal noch zu großen Herausforderungen führen.


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