Außen ein Lächeln, innen verletzt – Diskriminierung muss an unserer Schule mehr beleuchtet werden

„Man kann ja nicht sagen, wir nehmen jetzt diese Schülerin hier und setzen die in den Zug zurück nach wohin auch immer…“ Dieses Beispiel zeigt, wie leicht rassistische Doppelmoral entstehen kann: Der Satz stammt aus dem Mund einer Lehrkraft und er fiel im Unterricht während einer Diskussion zur aktuellen Abschiebepolitik. Doch als Beispiel genannt wurde die Schülerin aufgrund ihrer Hautfarbe. Die Schülerin lachte nach außen hin, fühlte sich jedoch sichtbar diskriminiert. Solche Momente werfen die Fragen auf: Wie groß ist das Problem der Diskriminierung an unserer Schule? Und was wird dagegen getan?

Auch an dieser Schule finden sich viele, auch größere Facetten der Diskriminierung. Viele Mädchen passen nicht in die Norm der anderen, sie tragen nicht die richtige Kleidung oder das neuste Make-Up-Produkt. Auch sogenannte „Nerds“ werden belächelt. Natürlich ist die Toleranz gegenüber individuellen Personen heute größer. Es zeigt sich jedoch immer noch eine Diskriminierung mit dem Ausschließen aus Gruppen, dem Gelächter in den hinteren Reihen im Klassenraum. Und es gibt weitere Beispiele: Die Integrationskräfte unterstützen die Lehrkräfte, dürfen aber nicht ins Lehrerzimmer, die Schüler der internationalen Klassen sollen nicht an der SV teilhaben, unter anderem weil sie ,,sowieso nichts verstehen”. Kriegen wir so etwas überhaupt mit? Ist unsere Schule dazu genug ausgebildet?

Die Antwort ist leider Nein. Auf dem Papier tut unsere Schule vieles gegen diese Diskriminierung. Werfen wir einen Blick auf die Homepage der Schule: „Mit Rücksicht auf die Komplexität gesellschaftlicher Probleme wollen wir dennoch den Sinn fürs Ideal wiedergewinnen“, heißt es auf der Homepage der Schule unter dem Punkt „Kongressarbeit“. Doch der letzte Kongress liegt schon ein paar Jahre zurück.

Auch die Arbeitsgruppe für Inklusion fokussiert sich auf notwendige Weiterentwicklungen und persönliche Haltungen. Kreativität und Eigeninitiative für Zufriedenheit und gute Atmosphäre sind ein großes Verlangen unserer Schule. Wir versuchen Strukturen zu nutzen. Wir versuchen die Bedingungen so gestalten, dass sie den betroffenen Kindern gerecht werden. Die Gesamtschule Barmen versucht Bildung, Toleranz und Zivilcourage mithilfe von Videos, Podcasts und auch mithilfe der Schülerzeitung weiter zu verbreiten. Themen, die Schüler selbst beschäftigen, stehen im Fokus. Damit kann Demokratie, zivilgesellschaftliches Engagement, Rechtspopulismus und Rassismus mehr beleuchtet werden. Doch reicht eine einzige Diskussion in der Universität während der Projektwoche? Diese Themen werden schließlich seit 15 Jahren bei uns in der Schule angesprochen.

Doch trotz vieler Texte und Veröffentlichungen auf der Homepage fehlt mir der
konkrete Einsatz. Dadurch beweist sich: Diskriminierung muss an unserer Schule mehr beleuchtet werden!