Digitales Chaos an der GEB – Schülergeräte bleiben hinter den Erwartungen zurück

Die Laptops an der Gesamtschule Barmen sollten ursprünglich den Schulalltag erleichtern, doch stattdessen häufen sich die Beschwerden seitens der Schüler. Von Touchpads, die nicht funktionieren, über Einschränkungen bei der App-Nutzung bis hin zu langen Wartezeiten, wenn etwas am Gerät defekt ist, hat man schon so einiges gehört. Wie sieht sie also aus, die digitale Zukunft an der Gesamtschule Barmen? Und welche Rolle spielt Chancengleichheit in dieser Diskussion? 

Insgeheim hatten sich viele Schülerinnen und Schüler Apple-Tablets gewünscht. Stattdessen wurden es Windows-Laptops. Die Frage interessiert viele brennend: Wer hat sich gerade diese Geräte ausgesucht? Die Schule war es nicht, verrät Jens Overath, didaktischer Leiter an der Gesamtschule Barmen. Die einzige Entscheidung, die bei der Schule lag, sei die gewesen, welches Betriebssystem ausgewählt wird. Und da die Schule bisher ausschließlich mit Apple-Geräten ausgestattet war, habe sich die Schule bewusst für Microsoft-Computer entschieden. „So lernen die Schüler beide Betriebssysteme kennen, sowohl OS als auch Windows, und können für sich selbst herausfinden, mit welchem sie besser klarkommen“, so Overath. Es scheint aber, als entsprechen die ausgeteilten Geräte nicht den Wünschen, die die Schule vorher hatte. Ursprünglich sollten die Laptops eigentlich mit einem Eingabestift geliefert werden, doch daraus wurde nichts. 

Das ist jedoch nicht das einzige Problem. Deutliche Kritik übt Overath beispielsweise an der Serviceleistung der Stadt: Die Schule könne technische Probleme nicht selbst beheben, sondern müsse die Geräte einschicken. Im Interview erklärt er: „Das sind eine Handvoll Leute für 97 Schulen“. Dadurch ergeben sich Wartezeiten von bis zu 10 Wochen. „Das ist kein optimaler Zustand, das haben wir bei der Stadt schon angemerkt“, erzählt Overath 

Auch die Diskussion bezüglich der Nutzung von Privatgeräten im Unterricht bleibt weiterhin kontrovers. Viele Schüler, die sich vor Einführung der Laptops eigene Geräte gekauft haben, fühlen sich ungerecht behandelt, da sie diese nun auf einmal nicht mehr im Unterricht nutzen dürfen. Für die Oberstufe existiert jedoch eine Ausnahmeregelung. 

Auf der anderen Seite steht die effiziente Nutzung im Unterricht. Denn verschiedene Geräte sind schwierig in den Unterricht einzubauen. Was soll der Lehrer machen, wenn er eine bestimmte App in den Unterricht einbauen möchte, die es nur auf Windows-Geräten gibt? Sollen die Schüler mit iPads oder MacBooks dann einfach rausgehen oder nicht mitmachen? Ungeklärt ist auch, wer technische Probleme bei Privatgeräten löst. 

Auch das Thema Chancengleichheit liegt Overath am Herzen: „Wenn jemand aus finanziellen Gründen nur dieses schulische Gerät hat und jemand anders hat aber das neueste Tablet, das alles kann und KI mit eingebaut hat und das löst die ganzen Aufgaben, dann sind das einfach völlig unterschiedliche Voraussetzungen.” Daher spreche vieles für die Schullaptops. 

Es wird also deutlich, dass noch viel Optimierung erforderlich ist, bis die digitale Situation an unserer Schule dem entspricht, womit sich alle wohlfühlen.